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Montag, 23. Juni 2014

Verein will AJZ in der Seestraße sichern

Mit Bekanntwerden der Verkaufsabsichten des Objekts Seestr. 12 an einen anonymen Bieter, formierte sich breiter Protest, insbesondere aus Kreisen des Alternativen Jugendzentrum Neubrandenburg, dem derzeitigen Pächter der ehemaligen Ausflugsgaststätte "Onkel Willi" in der Seestraße. In einem offenen Brief an den anonymen Bieter formulierte der Verein seine Wut über die Aufnahme der Kaufverhandlungen und attestierte unfriedliche Absichten gegenüber dem Jugendzentrum. Außerdem erklärte das AJZ, seit Längerem mit einem befreundeten Verein und einem Kreditinstitut eine Finanzierungsmöglichkeit zu erarbeiten, um selbstständig das Grundstück zu erwerben.

"Der Kauf der Immobilie ist für uns die einzig verbliebene Möglichkeit, den Standort des AJZ zukünftig in Neubrandenburg zu sichern", sagte Linda vom Verein zur Förderung politischer Kultur. Der Verein hat es sich zur Aufgabe gemacht, Grundstücke in und um Neubrandenburg zu kaufen, um sie für soziale, kulturelle und politische Zwecke zu verpachten und damit vor Investor_innen zu schützen. "Nicht zuletzt war es Bürgermeister Paul Krüger", so Linda weiter, "der das AJZ mit seinem Veto gegen den Beschluss des Stadtrates zur Änderung des Flächennutzungplan vogelfrei für Investor_innen erklärt hat. Einen erneuten politischen Sicherungsversuch gab es nicht." Es wäre bezeichnend, dass eine vermeintlich "Jugend- und familienfreundliche Stadt" wie Neubrandenburg offensichtlich kein Interesse daran hat, das letzte verbliebende Jugendzentrum und den einzigen selbstverwalteten Jugendclub zwischen Berlin und der Ostseeküste, zu sichern - darin sind sich der Verein zur Förderung politischer Kultur und das Alternative Jugendzentrum einig.

Der Verein zur Förderung politischer Kultur hat am heutigen Montag, 23.06.2014, ein Gebot zum Kauf des Grundstücks an den Insolvenzverwalter Matussek eingereicht - hiermit reagiert der Verein auf das Gebot eines anonymen Bieters in Höhe von 152.000 €. "Wir haben in den letzten zwei Wochen unseren Standpunkt klar gemacht: Wir erwarten, dass der anonyme Bieter keine Absichten hegt, den Verein im laufenden Verfahren zu überbieten! Tut er dies, gefährdet er damit elementar die Jugendarbeit in Neubrandenburg.", stellt Jana vom AJZ klar. Dem pflichtet Linda bei: "Wir sind gut aufgestellt und lassen uns von einem gesichtslosen, namenlosen Bieter nicht einschüchtern."

Bis zum heutigen Zeitpunkt habe weder der Verein zur Förderung politischer Kultur noch das AJZ ein Gesprächsangebot vom anonymen Bieter erhalten, wenngleich öffentlichkeitswirksam auf die Situation aufmerksam gemacht wurde und über den Insolvenzverwalter Matussek Kontaktaufnahme durch den offenen Brief versucht wurde.

Die AJZ'ler_innen und Mitglieder des Vereins zur Förderung politischer Kultur sind optimistisch: "Wir sind sehr zuversichtlich und haben starke Partner_innen im Rücken - gemeinsam sichern wir das AJZ in der Seestraße!"